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#JCF 88 Sehen lernen – Visionen haben

Lange bevor wir sehen können – hören wir. Wir nehmen den Herzschlag unserer Mutter war. Geräusche von Außen. Später lernen wir zu sehen. Dann irgendwann denken wir, dass wir können alles. Unser Denken ist fixiert. Wir haben unsere Muster und Regeln für uns. Das erleichtert uns die Orientierung in unserer Welt.

Wir beschränken uns aber auch dadurch. Wir sind nicht mehr spielerisch offen. Offen für die Dinge, die Augenblicke um uns herum. Es ist wie, ist ein Sieb in unserem Kopf. Und was nicht in seinen Maschen hängen bleibt, dass gibt es nicht. Wo bleiben dann Visionen?
 

Ich fand einen Flyer im meinem Briefkasten. Klezmer Musik. Noch nie was von davon gehört. Ich dachte bei mir – lasse Dich darauf ein. Ich, also auf ins „Konzert“ für 10 €. Es war eine andere Musik (nicht Eels). Ich war angenehm überrascht. Klezmer Musik ist auch eine Musik zum mitmachen, zum erfahren. zum fühlen. – Man kann nicht erfassen ohne zu fassen. – Klezmer ist eine Musik, die eindeutig zu erkennen ist. Sich doch ständig verändert.

Wo bleiben Visionen? Ich sehe perfekte Bilder. Technisch brillante Fotografien. Doch diesen Bildern fehlt etwas. Modernste Fototechnik wird als Innovation verkauft. Als fotographische Kompetenz. Ich bin, was meine Ausrüstung kann. Mir mangelt es bei diesen Bildern an Visionen.

Das Auge – ist die beste Kamera. Aber, sehen wir mit den Augen? Nein. Das Bild unserer Welt entsteht im Kopf. Das Auge ist nur eine Sensor, der Information liefert. Genau wie eine Kamera. In unserem Kopf entsteht das Bild. Dieses Bild ist abhängig von unserem visionären Denken. Und, unser Denken können wir ändern.

Die Information vom Auge ist die Gleiche – doch das Bild wir sich ändern. „Er geht in ein Zimmer: Super, 90 Zoll TV. Sie geht in das Zimmer: Welche wunderbare Blumen stehen auf dem Tisch.“ Das Zimmer ist das Gleiche – doch das sehen/denken unterscheidet sich.

Wie, Visionen haben?

Ich glaube es müsste eigentlich heißen: „Kann man erlernen, Visionen zu haben?“; um nicht nur technisch brillante Bilder zu machen, sondern diese Visionen auch in Bilder zu fassen. Die folgenden Punkte können Euch helfen – es ist einfach.

Kind sein – Lernen durch zusehen

–   Bildbände von Photographen ansehen
–   anderen Fotografen zu sehen, wie sie sehen (z.B, Video)
–   Kunstmuseum besuchen historische Gemälde, Aquarelle
(wie entwickelte sich das Sehen über Jahrhunderte)

Spielen – Lernen miteinander

–   mit anderen gleichgesinnten Fotografen austauschen
–   von Fähigkeiten Anderer profitieren
(vielleicht einen Workshop besuchen – Kreativitätsworkshop)
–   Feedback suchen

Noch mehr Spielen – Lerne entdecken

–   Sehen muss geübt werden
–   Fotografieren und seine Bilder ansehen und daraus lernen
–   experimentiere (den Standpunkt wechseln)
z.B. von oben fotografieren; Perspektive ändern

© John C. Fera

Sollte nach alledem immer noch die technische Perfektion Eurer Bilder im Vordergrund stehen – sucht Euch ein neues Hobby.

Noch etwas zu „Der Anderen Kritik“  –  sie gehört dazu, wenn Ihr Eure Bilder zeigt. Wenn der Andere anfängt mit: “Ich meine, das Dein Bild …” Ok.  “Das Bild ist schlecht. Ich sage Dir nicht warum.” Vergesst es.

Tip:  Zeigt nur Eure besten Bilder – die anderen will keiner sehen ;)

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