JCF #69 Zen, Huna und Fotografie

Matsuo Bashō (松尾 芭蕉)  schrieb viele Haiku (Japanische Versform  meistens aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten). Sein bekanntestes ist ist der Frosch Haiku.

Japanisch Transkription Übersetzung Übersetzungsvariante

古池や
蛙飛び込む
水の音

furu ike ya
kawazu tobikomu
mizu no oto

Der alte Weiher:
Ein Frosch springt hinein.
Oh! Das Geräusch des Wassers.

Uralter Teich.
Ein Frosch springt hinein.
Plop.

Quelle: Wikipedia – Bashō

Zen ist der weglose Weg, das torlose Tor. Die unabsichtliche Absichtlichkeit. Auf Fotografie übertragen würde ich es so formulieren:

Schüler zum Meister: Was ist Zen?
Meister: Wenn ich sitze, sitze ich. Wenn ich fotografiere, fotografiere ich.
Wenn ich gehe, gehe ich. Meister, das tun wir doch auch! Der Meister antwortet:
Wenn ihr sitzt, fotografiert Ihr schon. Wenn Ihr fotografiert, geht Ihr schon.

Ich möchte ein wenig abschweifen. Auf Huna, die eine alte Lehre aus Hawaii ist. Die Ursprünge reichen über 6.000 Jahre zurück  zu den Sumerern.  Die folgenden Huna-Prinzipien sind in allen Weltreligionen vorhanden (z.B. Die 7 Huna-Prinzipien wie sie von Jesus von Nazareth gelehrt wurden).

1. Die Welt ist das, was du von ihr denkst –
Wie du dich fühlst, hängt davon ab, wie du denkst.
2. Es gibt keine Grenzen –
Jedes und jeder hört, was du sagst und fühlt, was du fühlst.
3. Energie folgt der Aufmerksamkeit –
was du möchtest ist wichtiger als was du nicht möchtest.
4. Jetzt ist der Augenblick der Macht –
Dinge geschehen nicht gestern und sie gesche hen nicht morgen; sie geschehen nur hier und jetzt.
5. Liebe heisst glücklich sein mit… –
Je glücklicher du bist, desto mehr Glück hast du.
6. Alle Macht kommt von innen –
Es gibt immer etwas, was du tun kannst.
7. Wirksamkeit ist das Mass der Wahrheit –
Mache immer das, was funktioniert (und wenn es nicht funktioniert, mache etwas anderes).

Was hat das mit Zen zu tun? Es geht um eine innere Einstellung und die Präsenz im Augenblick. Selbstsein. Dinge, die ich finde sehr wichtig sind, auch für Fotographie. Geschehen Dinge gestern? Geschehen die Dinge morgen? Die Dinge geschehen nur hier und im jetzt. Oder, könnt Ihr ein Foto jetzt und hier von gestern oder morgen machen?

Wenn weiß ist weiß und schwarz ist schwarz. Und  weiß zu schwarz und schwarz zu weiß wird. Und  weiß wird wieder zu weiß und schwarz zu schwarz. Wir sind da, wo wir waren. Doch unsere Erfahrung und Wahrnehmung hat sich verändert.

Die Zen-Bildsprache läßt sich mit Einfachheit, Stille und Ruhe, andeuten und Natürlichkeit, Unterschwelligkeit und Gelassenheit, Langsamkeit der Wahrnehmung und Vorurteilslosigkeit, Gelassenheit im Handeln und Eleganz beschreiben.

Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen,
aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

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