#JCF111 Kann Fotografie Sünde sein?

Einer meiner Neffen hat mich inspiriert. Ich wollte ein Foto von ihm machen und er hielt ständig ein Foto vor seine Augen. Dabei entstand dieses Bild.

Kann Fotografie Sünde sein?

 

Leute, die fotografieren können ziemlich aufdringlich sein. Da schliesse ich mich nicht aus. Doch es sollte immer eine Interaktion zwischen beiden Seiten geben. Ich meine ein Spiel zwischen dem der fotografiert wird und dem der fotografiert.
Was ich persönlich nicht mag, sind Leute mit Riesen-Teleobjektiven. Die scheinbar so unbeteiligt rum stehen. Spontan ihr Tele hochreißen. Und Leute weit, weit weg ablichten. Und mehr scheinen sie nicht mehr zu können. Das fühlt sich an wie: “Es ist die Zeit für mich vorbei! Ich bin in Fesseln geschlagen. Ich verweile im Augenblick. Es ist so schön” etwas frei nach Goethe/Faust.

Ohne Euch hinter einer Kamera zu verstecken. Seht in die Gesichter, seht in die Augen. Ihr seht viel viel mehr. Dann macht Eure Bilder von diesem Augenblick. Zeigt Eure Bilder, die Ihr gemacht habt, den Abgelichteten 😉

Sünde ist das Gefühl eines unvollkommenen Zustand, das getrennt sein von. Bezogen auf Fotografie haben sich Fotografen in den letzten hundert Jahren immer weiter von Ihren Motiven entfernt. Das ist die Bequemlichkeit, die die neue Technik bietet. Und zum Anderen, die daraus eine gewisse Überheblichkeit. Meine Kamera macht gute Bilder. Das stimmt in einem gewissen Grad. Es ist schon toll, wenn eine super Kamera hat. Doch da höre ich ein getrennt sein heraus.

Fotograf – Kamera – Motiv sind eins. Ups, keine Sünde mehr.

This entry was posted in General, Photo. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.